Der SPD-Freundeskreis Genf ist einzigartig unter den Freundeskreisen. Er versammelt nicht nur Mitglieder und Freunde der SPD, die in Genf und um den Genfer See auf schweizerischer Seite leben. Nein, er versammelt auch jene, die im angrenzenden Gebiet Frankreichs leben. Dies ist der spezifischen geographischen Lage der Stadt geschuldet.

 

Als “Sozialdemokratischer Kreis Genf” wurde der Freundeskreis am 4. Dezember 1979 gegründet. Dies war eine Initiative von Herbert Klaas, Hans Lassen, Michael Schneider und Horst Stasius.

 

Was heisst eigentlich Freundeskreis?

Ganz einfach, zu uns kann jeder kommen, die oder der Interessen an sozialdemokratischer Politik hat; mit oder ohne Parteibuch, mit oder ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Freundeskreise im Ausland sind zwar von der SPD anerkannt, allerdings sind wir keine unmittelbare Pateigliederung, die automatisch an der innerparteilichen Willensbildung Einfluss nehmen können. Im Schulterschluss mit den anderen Freundeskreisen setzen wir uns seit Jahren für eine stärkere Mitwirkung ein. Mehr dazu: https://www.spd.de/partei/organisation/auslandsfreundeskreise/

 

Was macht der SPD-Freundeskreis Genf?

Die Freunde und Mitglieder treffen sich mehrmals im Jahr, um bestimmte Themen zu diskutieren. Dies kann sowohl internationale Themen wie auch spezifische Aspekte der deutschen Politik betreffen. Entweder bereiten Mitglieder selbst einen Vortrag vor oder externe Referentinnen werden eingeladen. Berichtet wird zudem über Ereignisse der Eurosozialisten sowie anderer internationaler Freundeskreise, mit denen Mitglieder des Kreises im engen Kontakt stehen.

 

Was hat der Kreis mit einem Duell aus dem 19. Jahrhundert zu tun?

Unzertrennbar mit dem Genfer Freundeskreises verbunden ist ein tödliches Duell aus dem Jahre 1864 im Nahe gelegenen Bossey im Haute Savoie. Niemand Geringeres als Ferdinand Lassalle (1825-1864) duellierte sich hier mit Janko von Rackowicz und starb am 31. August 1864 an seinen Verletzungen im Hotel Victoria in Genf.  Ferdinand Lasalle gründete am 23. Mai 1863 in Leipzig den “Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein”, der sich 1875 mit der von August Bebel gegründeten “Sozialdemokratischen Arbeiterpartei” zur SPD vereinte.

Am Vorabend von Lasalles 159. Geburtstag, am 10. April 1984, errichteten die damaligen Mitglieder und Freunde des Kreises einen Gedenkstein an dem vermuteten Duellplatz, der sich heute auf einem Golfplatz befindet. Willy Brandt war einer Einladung des Kreises gefolgt und wohnte dem Ereignis bei. Bis heute der wohl hochrangigste Besuch eines deutschen Politikers beim SPD-Freundeskreis Genf.

 

Wer sind nebst Willy Brandt wichtige Gäste des Kreises gewesen?

 

Jack Steinberger (Nobelpreisträger in Physik);

Johannes Galtung (Friedensforscher);

Konrad Raiser (Generalsekretär Weltkirchenrat);

Jean Ziegler (UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung);

Ruth Dreyfuss (schweizerische Bundesrätin);

Richard Steinig (Generaldirektor Deutsche Bank Schweiz);

Bertil Bolin (stellv. Generaldirektor der ILO);

MdBs: Johannes Rau, Horst Ehmke, Hans Jürgen Wischnewski, Gernot Erler, Rudolf Dressler, Heidemarie Wieczorek-Zeul;

Monika Wulf Mathies (Vorsitzende ÖTV und Präsidentin Int. Dienstleisungsgewerkschaft); Gerd Muhr, Ursula EngelenKefer (beide stellv. DGB-Vorsitzende); Dan Galin (Generalsekretär, Internationale Nahrungsmittelgewerkschaft).

 

Wer leitete den Freundeskreis (chronologisch gelistet)?

 

Michael Schneider, Werner Thoenessen (vorübergehend), Juliane Heise, Martin Straimer, Werner Sengenberger, Marianne Fiebig und Hans Falk Hoffmann.

 

Und heute…?

…machen das Jean-Michel Rousseau und Yvonne Theemann in einer Doppelspitze.